Grußwort des Schirmherrn

©MWIDE NRW/E. Lichtenscheid

Die Transformation des Energiesystems und der Weg zur Klimaneutralität bis zur Mitte des Jahrhunderts stellen Nordrhein-Westfalen als Energie- und Industrieland vor besondere Herausforderungen. An der Entschlossenheit, diesen Weg zu gehen, gibt es keinen Zweifel: Wir werden in Nordrhein-Westfalen unseren Weg zur modernsten und klimafreundlichsten Industrieregion fortsetzen. Bei der Bewältigung der sich dabei stellenden Aufgaben setzen wir auf Innovationen, die Stärken unseres Standortes und eine kluge Anreizsetzung.

Im Juli 2019 haben wir als Landesregierung die „Energieversorgungsstrategie NRW“ vorgelegt, mit der wir die Weichen für eine sichere, bezahlbare und klimaverträgliche Energieversorgung stellen und mit einem mit konkreten Zielen und Maßnahmen verknüpften Fahrplan den Akteuren im Energie- und Industriesektor Planungs- und Investitionssicherheit geben. Kernelemente sind der deutliche Ausbau der Erneuerbaren Energien sowie ein zügiger Netzausbau, moderne Speichertechnologien, eine flexiblere Nachfragegestaltung und die Nutzung von Gas als Brückenenergie.

Bei den Erneuerbaren Energien streben wir bis 2030 ein starkes Wachstum an: Die vorhandene installierte Leistung soll auf 10,5 Gigawatt Wind und 11,5 Gigawatt Photovoltaik verdoppelt werden. Bis 2050 soll die Energieversorgung vorrangig über Wind, Photovoltaik, Gaskraftwerke in Kraft-Wärme-Kopplung, Geothermie und grünen Wasserstoff gesichert werden. Zusätzlich bedarf es weiterer Anstrengungen beim Netzausbau sowie einer Umstellung der Sektoren Mobilität und Wärme auf weitgehende Klimaneutralität, wofür verbesserte Bedingungen für die Sektorenkopplung weiter dringlich sind. Auf Bundesebene müssen zentrale Maßnahmen erfolgen, um die Energiewende und den notwendigen Ausbau der Erneuerbaren Energien zügig und effizient voranzubringen.

In diesem Jahr, das durch die Corona-Pandemie einen unerwarteten und dramatischen Verlauf genommen hat, stehen zentrale energiepolitische Entscheidungen und ihre Bewertung auf der politischen Agenda. Das Thema Energiewende ist durch die Pandemie nicht weniger wichtig geworden, der Klimaschutz nicht weniger dringlich. Nun gilt es, Schwung, Kreativität und Tatkraft, die die Krisenbewältigung geprägt haben, für eine Modernisierungsoffensive zu nutzen und dabei die zentralen infrastrukturellen Aufgaben – gerade auch im Energiebereich – in den Blick zu nehmen.

An relevanten und virulenten Themen wird es dem Branchentag Windenergie also auch in diesem Jahr nicht mangeln. Die großen EEG-Novellen, die Diskussionen um den Mindestabstand bei Windenergieanlagen und weitere akzeptanzfördernde Maßnahmen sind Beispiele für Themen, die den Weg in die Veranstaltung finden werden. Im Rahmen des etablierten Branchentreffens wird die Verbreiterung dieses thematischen Weges sicher gelingen: Der Branchentag Windenergie NRW leistet mit seinen Vorträgen und Diskussionen einen wichtigen Beitrag für den Wissens- und Informationstransfer in der Windenergiebranche und verknüpft diese mit benachbarten technischen, juristischen und gesellschaftlichen Bereichen.

Für diese Verbreiterung der energiepolitischen Expertise, die über die Branche hinaus ausstrahlt, wünsche ich dem Branchentag Windenergie und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Erfolg.

Herzliche Grüße

Prof. Dr. Andreas Pinkwart
Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen