Grußwort des Schirmherrn

Die drängende Relevanz der Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft und Gesellschaft macht ein höheres Ambitionsniveau erforderlich. Wir alle müssen unsere Anstrengungen für den Klimaschutz weiter verstärken – in Deutschland, Europa und weltweit. In Nordrhein-Westfalen nehmen wir uns als Landesregierung mit Entschlossenheit der Aufgabe an, den Pfad Richtung Klimaneutralität zu gestalten.

Als erstes Bundesland haben wir die bisherigen Klimaschutzziele erheblich verschärft und in der Anfang Juli beschlossenen Novellierung des Landesklimaschutzgesetzes verankert: Bis 2030 wollen wir die Treibhaugasemissionen um 65 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 reduzieren, bis 2040 um 88 Prozent. 2045 wollen wir treibhausgasneutral wirtschaften. Für ein Kernland der europäischen Industrie wie Nordrhein-Westfalen mit knapp 18 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern, rund 9,5 Millionen Erwerbstätigen und einem Bruttostromverbrauch von rund 120 Terrawattstunden ist das äußerst ambitioniert.

Die Notwendigkeit einer höheren Transformationsgeschwindigkeit für den Energiesektor steht außer Frage. Der beschleunigte Ausbau der Erneuerbaren Energien ist dabei die entscheidende Säule. Nordrhein-Westfalen steht beim Ausbau der Windenergie und der Photovoltaik bundesweit in der Spitzengruppe. Dies nehmen wir als Ansporn, den Ausbau weiter engagiert voranzutreiben: Unser Ziel ist es, bereits im Jahr 2030 einen Anteil von bis zu 50 Prozent Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in Nordrhein-Westfalen zu erreichen. Die Energieversorgungsstrategie NRW wird aktuell in diesem Sinne fortgeschrieben. Zusätzlich steigern wir den Anteil von grünem Strom durch Importe aus dem windreichen Norden und forcieren den erforderlichen Netzausbau. Darüber hinaus wollen wir Planungs- und Genehmigungsprozesse beschleunigen, insbesondere beim Repowering. Die Chancen digitaler Tools und Techniken müssen stärker genutzt werden, um komplexe Verfahren zu vereinfachen. Wir brauchen zudem kreative, marktwirtschaftliche Lösungen für den Weiterbetrieb von ausgeförderten EEG-Anlagen, wie zum Beispiel die Grünstromvermarktung durch sogenannte Power Purchase Agreements.  Maßnahmen zur weiteren Akzeptanzsicherung werden den beschleunigten Ausbau begleiten müssen.

An relevanten und drängenden Themen wird es dem Branchentag Windenergie also auch in diesem Jahr nicht mangeln. Der Kongress leistet mit seinen Vorträgen und Diskussionen einen wichtigen Beitrag für den Wissens- und Informationstransfer in der Windenergiebranche und verknüpft diese mit benachbarten technischen, juristischen und gesellschaftlichen Bereichen. Im Sinne dieser Vertiefung und Verbreiterung der energiepolitischen Expertise, die auch über die Branche hinaus ausstrahlt, wünsche ich dem Branchentag Windenergie und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viele inspirierende Ein- und Ausblicke.

Herzliche Grüße

Prof. Dr. Andreas Pinkwart
Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen
(Copyright des Fotos: ©MWIDE NRW/E. Lichtenscheidt)